Dr. Günzel Graf von der Schulenburg bleibt eine herausragende Persönlichkeit des traditionellen Fahrens in Deutschland, zu dem er nach den Grundsätzen Benno von Achenbachs einen außergewöhnlichen Beitrag geleistet hat.

Als Spross einer der traditionsreichsten Familien Deutschlands, gerade in der Reittradition, fühlte er sich diesem Erbe zutiefst verpflichtet. Seine Familie brachte nicht nur angesehene Diplomaten, sondern auch hohe Offiziere hervor, denen eine gründliche reiterliche Ausbildung, eine tiefe Verbundenheit mit dem Pferd und die Pflege der Reit- und Fahrkultur am Herzen lagen.

Als bedeutende Persönlichkeit des deutschen Pferdesports war er über 20 Jahre Vorsitzender der Fachgruppe Fahren der Deutschen Reiterlichen Vereinigung und des Fahrausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR). Dr. Günzel Graf von der Schulenburg war ein vertrautes Gesicht bei Fahrturnieren, besonders bei den CIAT in Cuts in Frankreich, wo er bis ins hohe Alter als versierter Fahrer im Tandem, Zweispänner und Einspänner aktiv teilnahm.

Seit der Gründung der Association Internationale d’Attelage de Tradition (AIAT) 2007 in Paris widmete er sich leidenschaftlich der Förderung des traditionellen Fahrens und der Beurteilung solcher Veranstaltungen nach den Grundsätzen Achenbachs. Im Bewusstsein der kulturellen Bedeutung des Fahrens im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontext erkannte er das völkerverbindende Potenzial dieser Organisation.

Gemeinsam mit dem Team des Landgestüts trug er sieben Jahre lang maßgeblich zur Entwicklung des CIAT – Concours International d’Attelage de Tradition – im Landgestüt Celle bei. Noch in seinem letzten Lebensjahr nutzte er seine Kontakte, um den CIAT im Landgestüt Redefin ins Leben zu rufen, das für Ostdeutschland eine ähnliche Anziehungskraft hat wie Celle für den Westen des Landes.

Selbstbewusst, elegant und stets gelassen, leistete er einen wesentlichen Beitrag zur AIAT, die heute Mitglieder aus 15 europäischen Ländern zählt.