Association
Internationale
d’Attelage de Tradition

Mit Respekt für die Vergangenheit,
denkende an die Zukunft

Die 10 goldenen Regeln des traditionellen Fahrens

1. Sicherheit geht vor

Der Wagen muss, obwohl er über hundert Jahre alt ist, in technisch einwandfreiem Zustand sein; die Pferde müssen voll unter der Kontrolle des Fahrers stehen; bei historischen Geschirren sind verschlissene Lederteile zu ersetzen. Im Stand bleibt der Fahrer immer auf dem Bock, der Groom steht vor dem Pferd und bei mehrspännigen Gespannen steht der zweite Groom seitlich in Kopfhöhe des Stangenpferdes.

2. Der Gesamteindruck zählt

Ein harmonisch zusammengestelltes Einspänner-Gespann ist ebenso wertvoll wie ein Vierspänner. Für einen guten Gesamteindruck ist es wichtig, dass Pferde, Wagen, Fahrer und Fahrgäste in Größe und Farbe gut zueinander passen. Federbüsche, Fliegenhauben, Schmuckanhänger und moderne Verzierungen gehören nicht zum traditionellen Fahren.

3. Die Anspannung braucht einen klaren Stil

Sportlich, städtisch, ländlich oder regional.

4. Die Kleidung muss zum Wagentyp und zum Stil der Anspannung passen

Cowboyhüte sind beim traditionellen Fahren ein Missklang.

Der Besitzer sollte die Fahrgäste über die passende Kleidung informieren. Eine Kopfbedeckung ist unerlässlich; Kleider über dem Knie, tiefe Ausschnitte und vor allem theatralische Kostüme in grellen Farben sind unpassend. Damen öffnen ihren Sonnenschirm nur, wenn die Sonne scheint. Die Fahrgäste sitzen mit den Füßen auf dem Wagenboden, die Knie geschlossen und die Ellbogen am Körper.

5. Der Wagen sollte in einem historischen, originalnahen Zustand sein…

…am besten nur konserviert, allenfalls restauriert. Zusätzliche Elemente wie Koffer, Musikanlagen, Quasten oder glänzende Dekorationen sind unpassend.

Bremsen sind erlaubt, ihr Einsatz bei der Anfahrt zur Präsentation, in den Hindernissen der Geländestrecke und im Kegelparcours wird bei einem Wettbewerb im traditionellen Fahren jedoch bestraft.

6. Die Metallfarbe…

…der Geschirrschnallen, der Wagenbeschläge, der Laternen und der Livreeknöpfe sollte einheitlich sein (Weiß- oder Gelbmetall). In den Laternen sind Kerzen, Dochte oder Brenner vorgeschrieben.

7. Details…

…wie Wagenuhr, Körbe, Spazierstöcke, Schirme, Gewehrfutteral, Taschen, Koffer und Picknickkörbe ergänzen die Ausrüstung hervorragend, müssen aber zum Stil der Anspannung und zum Wagentyp passen.

8. Die Peitsche wird immer in der Hand gehalten

Die englische Peitsche passt zu sportlichen Wagen und Wagen im englischen Stil, die ungarische Peitsche zu bäuerlichen Wagen und rustikalen Geschirren.

Die amerikanische Peitsche zu Buggys.

9. Das Verhalten der Besatzung…

…ist ein sehr wichtiges Element des traditionellen Fahrens. Der Fahrer sitzt auf dem Bock rechts; ist er allein, legt er das Kissen in die Mitte. Alle im Wagen sitzen mit geschlossenen Füßen und Knien; der Groom legt die Hände flach auf die Oberschenkel (bis 1850 vor der Brust verschränkt). Hüte und Zylinder werden nicht nach hinten geneigt getragen. Der Dame hilft man beim Ein- und Aussteigen, indem man ihr die Hand reicht, am besten behandschuht. Der Groom ist ganz auf die Pferde konzentriert: Er spricht nicht, reagiert nicht auf Bemerkungen und hat Pferde und Fahrer im Blick.

10. Grüßen ist das Vorrecht des Fahrers

Die Dame im Wagen grüßt mit einem Kopfnicken.

Der Herr grüßt, indem er den Hut abnimmt (Krempe nach unten), Peitsche und Leinen in der linken Hand.

Der Kutscher grüßt, indem er die Hutkrempe berührt.

Der Groom grüßt niemanden und nimmt auch bei der Siegerehrung während der Hymne die Kopfbedeckung nicht ab.