Die Kutsche und ihre Typen
Die Wagen – von Jean-Louis Libourel
Heute wird mit drei Arten von Wagen gefahren:
– alten Wagen, gebaut vor 1950;
– Nachbauten;
– Wagen moderner Bauart (Form, Material, Federung, Bremsen …), die mit der Tradition des Kutschenbaus brechen. Sie dienen dem Turnierfahren und der regelmäßigen Bewegung oder dem Training der Pferde.
Hier werden nur die beiden ersten Kategorien behandelt.
Alter Wagen
Jeder vor 1950 gebaute Wagen ist ein alter Wagen.
Die europäische Regelung von 1992 über den Handel mit Antiquitäten betrachtet jedes Fahrzeug und Transportmittel, das älter als 70 Jahre ist, als Antiquität.
Aus Gebrauchsgegenständen sind die Pferdewagen von vor 1950 zu Antiquitäten und Freizeitobjekten geworden. Ihr historischer Wert wächst mit der Zeit.
Wurde an einem Wagen nichts verändert oder restauriert, spricht man vom „Originalzustand“, der ausgezeichnet, gut, mittelmäßig oder schlecht sein kann …
Er kann instand gesetzt worden sein, um ihn zu erhalten oder in einer Sammlung zu zeigen, oder um ihn angespannt zu nutzen. Einen Wagen neu lackieren, Polster oder Sattlerarbeiten erneuern, beschädigte Teile ersetzen – das sind Restaurierungs- oder Instandhaltungsarbeiten.
Interesse und Wert eines alten Wagens liegen in seiner Authentizität. Jede Änderung, Umgestaltung oder Ergänzung (etwa Scheibenbremsen) verfälscht und entwertet ihn:
Ersetzt man zum Beispiel das Leder von Verdecken oder Sitzen durch Kunstleder oder das Rosshaar der Polster und Kissen durch Schaumstoff, mindert das den Wert des Wagens.
Nachbau
Alle modern gefertigten Wagen nach alten Vorbildern. Diese Nachbauten reichen von der genauen Kopie bis zu mehr oder weniger freien Interpretationen. Viele neu gebaute Wagen, die als Nachbauten bezeichnet werden, sind nur grobe Imitationen alter Modelle.
Kleines Lexikon
Ein Lexikon der Pferdewagen passt nicht auf wenige Seiten. Die Gattungsnamen der Wagen, ihre genauen Bezeichnungen, die Namen nach Kastenbauart, Federung (Achtfeder …), Anspannungsart (à la Daumont …) oder Funktion (Fiaker …), die Synonyme und fremdsprachigen Begriffe sind zu zahlreich, um hier alle aufgeführt zu werden. Da wir nicht alle Wagentypen, Modelle und ihre zahlreichen Varianten nennen und keine detaillierten Beschreibungen geben können, haben wir uns auf einfache und kurze Definitionen der Wagen zur Personenbeförderung beschränkt und nur Wagen des 19. Jahrhunderts berücksichtigt, die heute von Fahrsportbegeisterten sinnvoll genutzt werden können: Karossen und Postkutschen zum Beispiel fehlen.
Der Übersichtlichkeit halber haben wir alle historischen und chronologischen Angaben aus den Definitionen weggelassen.
Weiterführende Literatur:
Libourel, Jean-Louis: Voitures hippomobiles, vocabulaire typologique et technique (Paris, Monum/Éditions du patrimoine, 2005)
Vom Kutscher gefahrene Wagen
Geschlossene Wagen
Berline
Geschlossener Wagen mit zwei Türen und zwei gegenüberliegenden Innensitzen. Es gibt Zeremonien-, Gala-, Stadt- und Reiseberlinen.
Coupé
Das große, runde Coupé, ein Privatwagen, als Gala- und Stadtwagen mit Behangbock oder als Reisewagen mit englischem Bock, auf C-Federn oder auf acht Federn.
Bescheidener, mit selbsttragendem Kasten auf Druckfedern, war das kleine, eckige Zweisitzer-Coupé der verbreitetste Stadtwagen des 19. Jahrhunderts, als Privat- oder Mietwagen (Fiaker). Um einen Klappsitz unterzubringen, verlängert man es vor den Türen durch einen rechteckigen (Dreiviertelcoupé) oder runden Vorbau (Clarence-Coupé).
Das d’Orsay-Coupé zeichnet sich durch einen selbsttragenden, mit dem Kutschbock verbundenen Kasten auf einem Langbaum-Untergestell mit C-Federn oder acht Federn aus. Das große d’Orsay hat einen runden, das kleine d’Orsay einen eckigen Kasten.
Geschlossener Milord (französisches Cab, vierrädriges Cab)
Ein Milord, dessen Fahrgastsitz nicht von einem Verdeck, sondern von einem verglasten Holzaufbau überdacht ist, vergleichbar dem Kasten eines englischen Cabs.
Privat-Omnibus
Kürzer und sorgfältiger gebaut als öffentliche Omnibusse, besorgten die Privat-Omnibusse die Fahrten zwischen Bahnhof und Gut mit Gästen und Gepäck. Die luxuriösesten, die Schloss-Omnibusse, dienten auch für Fahrten zum Jagdtreffen oder zu den Rennen.
Der „Ballon“-Omnibus oder Break-Omnibus ist eigentlich eine Wagonette, deren Kasten sich mit abnehmbarem Dach und Fenstern völlig schließen lässt, was ihr das Aussehen eines Omnibusses gibt.
Englisches Cab oder Hansom Cab
Es ist der einzige zweirädrige Wagen, der immer von einem Kutscher gefahren wird.
Ein in England erfundener geschlossener Wagen für zwei Fahrgäste. Der Einstieg erfolgt von vorn, unten durch zwei Flügeltüren, oben durch ein Klappfenster verschlossen; das Öffnen steuert der Kutscher, der auf einem kleinen Sitz mit Kasten hoch oben an der Rückwand sitzt und das Pferd über das Dach hinweg fährt.
Es ist ein Mietwagen, das englische Gegenstück zu unseren Fiakern. Es gibt luxuriös ausgestattete Privatversionen.
Offene Wagen
Kalesche (Barouche, Barouchet, Brett)
Offener Luxuswagen. Nur der hintere Sitz ist durch ein Verdeck geschützt. Es gibt Gala-, Stadt- und Reiseversionen.
Die Britschka ist eine robuste Reisekalesche mit flachem Boden und Langbaum-Untergestell.
Die wandelbare Kalesche oder Wourch lässt sich im Winter mit einem verglasten Rahmen und einem Lederdach auf dem vorderen Kastenteil ganz schließen.
Sociable
Kleine Kalesche.
Vis-à-vis
Leichter, offener Spazierwagen mit zwei Sitzen für vier einander gegenübersitzende Personen. Meist ohne Türen. Manche sind aus Korbgeflecht.
Milord (französisch, mit i, wie ihn die meisten französischen Wagenbauer schrieben)
Offener Stadtwagen. Der runde oder eckige Kasten, weit offen, ohne Türen und mit abgesenktem Boden, enthält einen Sitz für zwei Fahrgäste unter einem Verdeck und oft einen kleinen Klappsitz. Der Kutschbock sitzt auf einem mit dem Kasten verbundenen Holzkasten. In der warmen Jahreszeit oft als Fiaker genutzt.
Victoria
Dem Milord ähnlich, unterscheidet sie sich nur durch den Bock: ohne Kasten und auf Eisen montiert, kann er abgenommen werden. Dann wird sie à la Daumont oder halb à la Daumont angespannt oder vom Besitzer vom Innensitz aus gefahren, wie ein Duc. In diesem Fall befindet sich die Bremsbetätigung (Hebel, Kurbel oder kleines Handrad) im Kasten rechts vom Sitz. So ausgestattete Modelle heißen Duc-Victoria oder Victoria-Duc.
Wagen, die offen oder geschlossen gefahren werden können
Landauer
Zweitüriger Wagen für vier Fahrgäste, der sich mit zwei über den Türen zusammentreffenden Lederverdecken ganz öffnen oder schließen lässt. Er ist eigentlich eine Berline mit Klappverdeck. Es gibt Gala-, Stadt- und Reiselandauer.
Beim Fünffenster-Landauer ist das vordere Verdeck durch einen gelenkigen, versenkbaren Glasrahmen ersetzt, der sich nach vorn absenken und unter den Bock klappen lässt.
Landaulet
Wagen für zwei Personen, durch Verdeck und Fenster ganz geschlossen. Er gleicht einem Landauer ohne vorderen Sitz oder einem kleinen, eckigen Coupé mit Klappverdeck. Es gibt Stadt- und Reiselandaulets.
Daumont
Bezeichnung nach der Anspannungsart. Gemeint sind Wagen ohne Kutschbock, vierspännig angespannt und von zwei auf den linken Pferden reitenden Postillionen gefahren. Die Deichsel, nach unten gebogen, um den inneren Knöchel des Postillions nicht zu quetschen, hat weder Deichselarm noch Vorderbracke: Die Stränge der Vorderpferde sind direkt an denen der Stangenpferde befestigt. Es sind stets luxuriöse Stadtwagen: Berline, Kalesche, Landauer, Coupé, Victoria-Grand-Duc.
Die halbe Daumont-Anspannung umfasst nur ein Paar, die Stangenpferde, gefahren von einem Postillion.
Dormeuse
Bezeichnung nach der Bauart bestimmter privater Reisewagen mit Vorrichtungen, die es den Fahrgästen erlauben, sich zum Schlafen auszustrecken. Am verbreitetsten sind Coupé-Dormeuse und Berline-Dormeuse.
Fiaker
In der Stadt genutzter Mietwagen. Das Wort bezeichnet eine Funktion, keinen Wagentyp. Fiaker waren meist kleine, eckige Coupés im Winter und Milords im Sommer.
Achtfederwagen
Bezeichnung nach der Federung: Luxuswagen für Zeremonien, Stadt, Spazierfahrt und Reise auf Langbaum-Untergestell mit doppelter Federung – vier C-Federn über vier Druckfedern. Die Achtfederung gilt als die bequemste. Sie findet sich bei Berlinen, Coupés, Landauern, Kaleschen, Victorias, Milords und Ducs. Achtfederwagen werden vom Bock, à la Daumont, halb à la Daumont, à la Poste oder halb à la Poste gefahren.
Vom Besitzer gefahrene Wagen
Vierrädrige Wagen
Amerikaner
Sammelbegriff für alle in Nordamerika entstandenen leichten Wagenmodelle. Amerikaner können zwei- oder vierrädrig sein. Die sehr zahlreichen Modelle haben unzählige Varianten hervorgebracht.
Amerikaner zeichnen sich durch große Leichtigkeit aus, dank der Erleichterung aller Bauteile. Die vierrädrigen haben meist ein Langbaum-Untergestell, oft Querfedern über den Achsen und schmale Räder mit großem Durchmesser.
Araignée (Spinne)
Ursprünglich Bezeichnung für sehr leichte vierrädrige Amerikaner für Rennen. Vorläufer des Sulkys.
Break
Offener Wagen mit Quersitzen, zugänglich über kleine Seitentüren. Der Break ist ein sportlicher Landwagen. Er dient der Ausbildung und Bewegung der Pferde, der Jagd, Spazierfahrten, Ausflügen und dem Transport von Personal und Proviant. Verschiedene Varianten gehen auf zwei Grundmodelle zurück: den kleinen Break mit meist zwei Sitzen im Kasten und den großen Break mit zusätzlichem, manchmal abnehmbarem, auf Eisen erhöhtem Groomsitz hinten.
– der Mail-Break: großer Break auf Mail-Untergestell, mit Langbaum und Telegraphenfederung aus zwei Rahmen mit je vier geraden Federn;
– der Roof Seat Break, dessen Kasten eine große, längliche Kiste ist, die auf ihrem Oberteil als Boden mehrere erhöhte Quersitze trägt, in Fahrtrichtung oder Rücken an Rücken. Roof Seat Breaks sind meist groß und oft auf Mail-Untergestell gebaut;
– der Derby-Break, kleiner Break mit nur zwei gleichen Sitzen, Rücken an Rücken oder in Fahrtrichtung. Im letzteren Fall erreicht man den zweiten, indem man den vorderen, auf Scharnieren sitzenden Sitz hochklappt. Die Seitenwände sind geschlossen oder durchbrochen, meist naturlackiert;
– der Stallbreak oder Body-Break: siehe große Wagonette.
Buggy
Sehr leichter vierrädriger Amerikaner, meist zweisitzig, auf Langbaum-Untergestell mit zwei Querfedern über den Achsen.
Char-à-bancs
Offener Wagen, dessen Kasten eine unterschiedliche Zahl gleicher, hintereinander quer angeordneter Sitze enthält. Meist für Gruppenfahrten über kurze Strecken, Ausflüge und Besichtigungen verwendet.
Paulinen waren große Char-à-bancs mit bis zu 40 Plätzen, die besonders in Paris die Rennbahnen bedienten.
Coach
Schnelle englische Postkutsche, entstanden Ende des 18. Jahrhunderts für den Personenverkehr (Stage Coach) und die Post (Mail Coach). Der Coach hat einen Berlinenkasten, verbunden mit zwei großen Kästen vorn und hinten, darauf vier Außensitze, getragen von einem Langbaum-Untergestell mit geraden Federn in zwei Viererrahmen. Im 19. Jahrhundert machten die berühmtesten Wagenbauer daraus den vornehmsten Herrschaftswagen in verschiedenen Varianten – Road Coach, Drag oder Park Drag –, sportliche Freizeitwagen, sehr begehrt bei den Liebhabern des Fahrsports. Der Coach war der ideale Wagen für Langstreckenfahrten, Geschwindigkeitsfahrten auf der Straße, Pferdesportveranstaltungen, bei denen er als Tribüne diente, Landpartien und elegante Picknicks: Sein hinterer Kasten enthält Eisfächer für den Champagner! Er wird immer vierspännig gefahren.
Wie unterscheidet man sie?
Road Coach und Park Drag sind sehr ähnlich und nicht immer leicht zu unterscheiden.
Im Allgemeinen gilt:
Ihr Vorbild, der Mail Coach, ist am kleinen, auf Eisen montierten Einzelsitz für den Guard auf dem hinteren Kasten zu erkennen.
Der Road Coach ist ein schwerer, robust gebauter Straßenwagen.
Auf dem Verdeck zwei breite Bänke mit festen Lehnen.
Auf dem hinteren Kasten eine breite Dreisitzbank auf Holzböcken.
Die Klappe des hinteren Kastens öffnet sich von links nach rechts.
Wie Schiffe tragen Road Coaches einen eigenen Namen, aufgemalt auf bestimmten Flächen (Spritzbrett, Türfriese, hinterer Kasten).
Auf öffentlichen Road Coaches sind die Namen der angefahrenen Orte aufgemalt.
Der Park Drag ist leichter und feiner als der Road Coach.
Auf dem Verdeck zwei breite Bänke mit umklappbaren Lehnen.
Auf dem hinteren Kasten eine Zweisitzbank für die Grooms auf Eisen.
Die Klappe des hinteren Kastens öffnet sich nach unten.
Diese Unterschiede erlauben keine sichere Unterscheidung, denn die Wagenbauer haben oft Elemente des einen für den anderen übernommen und umgekehrt.
Vierrädriger Dogcart
Offener Jagdwagen mit durch Jalousien belüfteten Fächern für den Transport der Hunde. Die meisten Dogcarts haben zwei Sitze Rücken an Rücken für vier Personen, oft getrennt durch Stauraum für den Gewehrkasten.
Der sechssitzige Dogcart oder Beaufort Phaeton hat drei Sitze: einen für Fahrer und Beifahrer und zwei Rücken an Rücken.
Der Mail Cart ist ein großer Dogcart, meist wie der Coach auf Mail-Untergestell gebaut.
Dos-à-dos
Offener Wagen nach dem Vorbild des Dogcarts, dessen zwei Rücken-an-Rücken-Sitze eine gemeinsame Lehne haben.
Duc
Offener Stadt- und Spazierwagen mit weit offenem, abgesenktem Kasten. Ohne Kutschbock wird er vom Besitzer von innen gefahren. Die Grands Ducs waren luxuriöse Herrschaftswagen für Herren; die kleineren Petits Ducs oder Pony-Chaisen waren jungen Damen vorbehalten. Ducs, groß und klein, haben sehr oft hinten außen am Kasten einen Sitz für einen oder zwei Grooms.
Phaeton
Offener Wagen mit einem markanten, oft gerundeten Fahrersitz mit oder ohne Verdeck und einem einfachen Sitz hinten am Kasten für einen oder zwei Grooms. Ein eleganter, sportlicher Stadt- und Landwagen.
Der Mail-Phaeton ist eine luxuriöse Version mit Mail-Federung wie der Mail Coach. Phaetons werden immer vom Besitzer gefahren.
Der Demi-Mail-Phaeton hat einen Kasten mit flachem Boden ohne Radausschnitt wie der Mail-Phaeton, jedoch einfach auf Druckfedern oder vorn Druck- und hinten geraden Federn und mit fester Vorderbracke.
Der Doppelphaeton oder Siamesische Phaeton hat zwei gleiche Sitze.
Der „Tabatière“-Phaeton hat einen oder zwei kleine hintere Sitze, die sich in den Kasten klappen lassen.
Der wandelbare Phaeton hat austauschbare Sitze. Will der Herr nicht selbst fahren, wird der große Verdecksitz hinten am Kasten befestigt und der Groomsitz vorn, damit der Groom fährt. Zwei kleine Seitentüren erleichtern den Zugang nach hinten, wenn dort der Hauptsitz montiert ist.
Spider
Sehr leichter Phaeton ohne Kasten, bestehend aus einem Metallrahmen mit dem Fahrersitz und dahinter einem schmalen, auf Eisen montierten Groomsitz. Ein sehr sportlicher Wagen, ideal zur Vorstellung von Vollblutpferden oder -ponys.
Capucine-Omnibus oder Familien-Omnibus
Vom Familienoberhaupt gefahrener Omnibus. Sein vorderer Sitz ist seitlich durch Glasscheiben geschützt und von einem kleinen Lederverdeck, der Capucine, überdacht.
Tapissière
Wagonette mit Dach, seitlich durch Stoff- oder Ledervorhänge geschlossen. Die Vorderseite des Kastens kann verglast sein.
Wagonette (Break-Omnibus, große Wagonette)
Offener Wagen mit zwei Längssitzen im Kasten hinter dem Fahrersitz, zugänglich über eine Tür in der Mitte der Rückwand. Ein Allzweckwagen, vor allem auf dem Land, aber auch in der Stadt als Dienstwagen verwendet.
Die große Wagonette oder der Stallbreak ist eine große Wagonette mit muschelförmigem Vorderwagen. Sie kann einen abnehmbaren Quersitz hinter dem Fahrersitz haben und heißt dann Body Break.
Zweirädrige Wagen
Stets offen, haben sie oft ein Verdeck aus Leder oder Stoff.
Mit Schere ausgestattet, werden sie meist einspännig gefahren.
Alle zweirädrigen Wagen werden in der Regel vom Besitzer gefahren, ausgenommen das englische Cab oder Hansom Cab, das immer von einem Kutscher gefahren wird, und die meisten Tonneaus oder Governess Carts, die von einer Gouvernante gefahren werden.
Cabriolet
Offener Wagen mit einem Sitz für zwei Fahrgäste unter einem Verdeck.
Carrick à pompe
Eine Art großes Cabriolet mit Verdeck. Der Kasten, dessen Rückwand oft S-förmig geschwungen ist, sitzt auf einem Sechsfedergestell. Typisch ist eine Deichsel anstelle der bei zweirädrigen Wagen üblichen Schere. Zwei Pferde werden nebeneinander mithilfe eines „Pompe“ genannten Systems und spezieller Geschirre angespannt.
Ein schwierig korrekt anzuspannender Wagen, bei dem das Paar keine andere Rechtfertigung hat als die Freude am Fahren.
Anspannung „à pompe“
Komplexes System, um zwei Pferde als Paar an einen zweirädrigen Wagen mit Deichsel anzuspannen. Die Deichsel hängt an einer Stahlstange, der „Pompe“, die mit speziellen Kammdeckeln waagerecht über den Rücken der Pferde gelegt wird. Auf diesen sitzen senkrecht kurze Metallteile, die „Poupées“, mit einer mittigen Öffnung, durch die die Pompe läuft. Die Deichsel hängt an einem Lederriemen, der durch eine Öse in der Mitte der Pompe läuft. Diese Anspannung wird nur bei zweirädrigen Wagen, meist Carricks, verwendet – daher der Name Carrick à pompe.
Das ausgeklügelte System, für Carricks erdacht, wurde gelegentlich auch auf andere zweirädrige Wagen übertragen: Tandem Cart, Englischer Karren, Dogcart und sogar das englische Cab.
Englischer Karren (Charrette anglaise)
Er ist „der Wagen jedes Pferdeliebhabers, der gern selbst fährt“ (Guide du carrossier, 1907, Nr. 295, S. 9).
Leichter Karren mit oder ohne Verdeck auf zwei großen Rädern, meist auf zwei geraden Achsfedern, manchmal kombiniert mit einer dritten Querfeder hinten. Er befördert vier Fahrgäste auf zwei Rücken-an-Rücken-Bänken; die hintere lässt sich hochklappen, um Platz für Gegenstände oder kleinere Waren zu schaffen. Auf dem Land ist er der verbreitetste Wagen, mit doppeltem Zweck: Personenbeförderung und Transport von Waren zum Markt. Es gibt ihn in zahlreichen Varianten.
Ralli-Car: elegante Version des Englischen Karrens mit Seitenwänden, deren nach außen geschwungener oberer Rand an die Kotflügel anschließt.
Village Cart: rustikaler, schmuckloser Karren für das Land. Sein geringer Preis machte ihn auch bei Städtern beliebt: „In diesem Frühjahr wurde in Paris eine beträchtliche Zahl von Village Carts gebaut“ (GdC, 1866, Nr. 60, S. 65).
Die Familie der Englischen Karren umfasst zahlreiche Varianten. Ihre Einfachheit, leichte Fahrbarkeit und vielseitige Verwendung brachten ihnen vom letzten Viertel des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts großen Erfolg auf dem Land wie in der Stadt.
Derby Cart
Leichter Dos-à-dos, erkennbar an den Kastenwänden, deren oberer Teil durch eine oder zwei waagerechte Latten ersetzt ist. Vor allem auf dem Land genutzt, meist naturlackiert.
Praktisch und preiswert, war er sehr erfolgreich.
Bourbonnaise
Wagen aus der Familie der Karren, mit zwei oder vier Plätzen Rücken an Rücken. Die in kleine Felder gegliederten Seiten haben einen bewegten Umriss: Die vorderen und hinteren Pfosten sind S-förmig, die obere Leiste gewölbt. Er dient für Fahrten auf dem Land und zur Jagd: „Charakteristischer, im Departement Allier und den Nachbardepartements sehr verbreiteter Typ. Daher sein Name Bourbonnaise, nach der alten Provinz Mittelfrankreichs mit der Hauptstadt Moulins“ (D.H.É.V., GdC, 1904, Nr. 283, S. 11).
Meadowbrook Cart (East Williston Cart, Mineola Cart, Maplewood Cart, Hempstead Cart, Breaking Cart)
Sehr leichter Wagen mit stark vereinfachtem Kasten, stets aus naturlackiertem Holz, in der Stadt vor allem von Frauen wegen des bequemen Einstiegs genutzt, auf dem Land von Liebhabern der Geschwindigkeit und für die Jagd. Er besteht aus einem Boden mit Eisen, die zwei kleine Einzelsitze tragen. Zwischen Kotflügeln und Boden genagelte Leder- oder Stoffstücke dienen als Seitenwände. Der Einstieg erfolgt von hinten. Die Sitze sind beweglich: Die Lehne klappt um, die Sitzfläche hebt sich, um den Durchgang freizugeben.
Dresseuse (Italienne, Niçoise, Toulousaine, Road Cart)
Kleiner, leichter Wagen auf niedrigen Rädern zum Einfahren oder Arbeiten eines Pferdes. Er hat nur einen Sitz für zwei Personen und einen durchbrochenen Boden.
Demi-Tonneau
Kombination aus Englischem Karren und Tonneau. Vom ersten hat er den weit offenen vorderen Teil mit einem Quersitz, vom zweiten den hinteren Teil mit abgerundeten Ecken, zwei kleinen Längssitzen und einer Tür in der Mitte der Rückwand. Er kann ein Verdeck haben.
Tilbury
Wagen für zwei Personen, gekennzeichnet durch eine Art waagerechten Rahmen aus zwei sehr langen, hinten durch eine Querstrebe verbundenen Scherbäumen, auf dem ein Sitz mit voller oder durchbrochener Rundung steht, mit oder ohne Verdeck.
Telegraph-Tilbury
Die Besonderheit des Telegraph-Tilburys liegt darin, dass sein Sitz an den hinteren Ecken mit einem Lederriemen an einer Querfeder aufgehängt ist. Diese Feder sitzt hinter dem Sitz auf einem waagerechten, galgenförmigen Eisen, das an der hinteren Querstrebe zwischen den Scherbäumen befestigt ist.
Stanhope Gig
Tilbury, dessen Sitz auf einem Kasten steht und dessen Federung aus vier zu einem Rahmen verbundenen geraden Federn besteht.
Dennett Gig
Tilbury, dessen Sitz auf einem Kasten steht und dessen Federung aus drei geraden Federn besteht: zwei Achsfedern und einer Querfeder.
Tandem Cart
Wagen auf sehr hohen Rädern für das Tandemfahren. Auf dem kastenförmigen Aufbau sind zwei Sitze Rücken an Rücken befestigt: Der von Fahrer und Beifahrer ist meist höher als der des Grooms. Das Spritzbrett fehlt. Der Kasten kann ein Hundefach enthalten, dann mit Jalousien zur Belüftung. Zum Lastausgleich lässt sich der Kasten auf vier an den bis zum Wagenende reichenden Scherbäumen befestigten Gleitschienen waagerecht verschieben.
In Frankreich wird der Begriff Tandem 1816 für einen „mit zwei hintereinander gespannten Pferden bespannten Wagen“ verwendet (Simond, zitiert in N.D.É.H., 1964, S. 731).
„Da das Tandem ein Wagen ist, der weder zu jedem Vermögen noch zu jedem Alter passt und zudem recht schwierig zu fahren ist, sieht man es ziemlich selten, selbst in Paris, wo man alles sieht […]“
Cocking Cart
Sehr hoher Sportwagen auf großen Rädern, dessen Kasten eine große Kiste mit zwei Rücken-an-Rücken-Sitzen ist; er diente zum Transport von Kampfhähnen. Er lässt sich zum Lastausgleich auf der Schere waagerecht verschieben.
Seine Höhe macht ihn auch zu einem ausgezeichneten Tandemwagen.
Zweirädriger Dogcart
Wie der vierrädrige Dogcart dient er der Fahrt zur Jagd mit Hunden. Sein Kasten ist eine durch Jalousien belüftete Kiste, in der die Hunde untergebracht werden, mit zwei Rücken-an-Rücken-Sitzen darauf. Bei hochwertigen Modellen lässt er sich auf der Schere verschieben, um das Gleichgewicht je nach Zahl der Fahrgäste einzustellen.
Es gibt große Dogcarts für das Tandem.
Panier (Korbwagen)
Bezeichnung nach dem Baumaterial: leichte, offene zwei- oder vierrädrige Wagen mit Kasten aus Korbgeflecht, für sommerliche Spazierfahrten in Stadt und Land.
Pony Cart
Bezeichnet jeden kleinen Wagen, der mit einem oder mehreren Ponys bespannt wird.
Vom Besitzer oder von einem Bediensteten gefahrene Wagen
Skelettwagen
Vierrädriger Wagen zum Einfahren junger Pferde. Ohne Kasten besteht er nur aus einem kräftigen Langbaum zwischen den beiden Achsen, einem hohen Sitz für den Kutscher und großen Trittbrettern für seine Helfer.
Tonneau
Ursprünglich ein Parkwagen, mit einem Pony bespannt, um Kinder unter Aufsicht ihrer Gouvernante, die den Wagen lenkt, spazieren zu fahren. Der Einstieg erfolgt durch eine Tür in der Rückwand. Man sitzt sich auf zwei Seitensitzen gegenüber. In diesem Wagen ist alles auf die Sicherheit der kleinen Fahrgäste ausgelegt: Die Tür hat nur einen tief angebrachten Außengriff, den nur ein Erwachsener über den Wagenrand hinweg erreichen kann. Die gekröpfte Achse senkt den Kasten und damit den Schwerpunkt und sorgt für bessere Straßenlage. Die hohen Kastenwände bilden eine Art durchgehenden Zaun, der verhindert, dass sich die Kinder hinauslehnen. Die Position der lenkenden erwachsenen Person, schräg in der rechten hinteren Ecke dank einer Aussparung für die Beine in der Sitzmitte, erlaubt es ihr, die Kinder während der Fahrt zu beaufsichtigen.
Manche Tonneaus sind größer und werden mit einem Pferd bespannt.
Dienst- und Geschäftswagen
Neben den Herrschaftsgespannen und den Freizeit- und Sportwagen kann eine weitere Kategorie von Fahrzeugen eine besondere, originelle Fahrtradition veranschaulichen: die Dienst- und Geschäftswagen.
Kaufhäuser und Handelsunternehmen legten großen Wert darauf, ihre Lieferungen und Warentransporte mit tadellos gepflegten Wagen und Gespannen durchzuführen. Als lebende Werbeträger trugen diese Gespanne durch ihre Sauberkeit und Schönheit zum Ansehen der Unternehmen und Geschäfte bei, denen sie gehörten.
Sie traten in einer eigenen Abteilung auf dem jährlichen Pariser Pferdeturnier an: die Grands Magasins du Louvre, Félix Potin, Gervais, der Grand Bazar de l’Hôtel de Ville kämpften um die ersten Preise. In London halten die Lieferwagen von Harrods oder Rothman diese elegante Tradition noch heute lebendig.
Diese Wagen teilen sich größtenteils in zwei große Familien: die Kastenwagen und die Rollwagen.
Die Kastenwagen
sind oben und seitlich geschlossene Wagen mit zwei oder vier Rädern für den Transport oder die Lieferung von Waren und Gegenständen aller Art. Der Kutschbock ist meist durch eine Capucine oder eine Art Kabine aus der starren Verlängerung von Dach und Seitenwänden geschützt.
Zur Familie der Kastenwagen gehören die Limousinen und die Tapissières.
Limousinen sind zweirädrige, wie Kastenwagen geschlossene Lieferwagen. Ursprünglich diente die Limousine im Limousin der Personenbeförderung. „Als sie sich überall verbreitete, änderte sich ihr Zweck, und in Paris zum Beispiel sieht man Bäcker, Milchhändler usw. sie für ihre Lieferungen benutzen“ (Le Guide du Carrossier, 1905, Nr. 290, S. 43).
Tapissières sind eine Art Kastenwagen, bei denen die oberen Wände durch Stoff- oder Ledervorhänge ersetzt sind. Sie haben zwei oder vier Räder. „Leichter, nach allen Seiten offener Wagen, der hauptsächlich den Tapezierern zum Transport von Möbeln, Teppichen usw. dient und auch für Umzüge und den Transport bestimmter Waren verwendet wird“ (Dictionnaire de l’Académie Française, 1835).
Die meist größeren Rollwagen sind vierrädrige Fahrzeuge mit kleinen Rädern und einer Ladefläche mit leicht erhöhtem Rand, damit die Ladung nicht verrutscht, sowie abnehmbaren Bordwänden. „Von allen für den Handel bestimmten Fahrzeugen ist der Rollwagen zweifellos das gebräuchlichste; es gibt kaum eine Ware, die er nicht befördern könnte“ (Le Guide du Carrossier, 1896, Nr. 236, S. 42).
Die Lackierung der Kastenwagen kann schlicht sein (ein einziger dunkler, einheitlicher Grundton, auf dem sich die Werbeaufschriften in kräftigen Farben abheben) oder im Gegenteil sehr fantasievoll (zweifarbiger Grund, auf halber Höhe durch die Gurtleiste getrennt, zweifarbige senkrechte Streifen, unendliche Vielfalt an Schriftzügen und Verzierungen).
Da Rollwagen weniger glatte Flächen haben, werden sie sparsamer lackiert, oft einfarbig.
Kastenwagen werden mit einem oder zwei leichten Zugpferden vom Typ Karossier-Halbblut gefahren.
Größer und schwerer beladen, erfordern die Rollwagen stärkere Pferde, als Paar oder zu dritt nebeneinander angespannt. Große Rollwagen konnten vier-, fünf- (drei vorn, zwei an der Deichsel) und sogar sechsspännig gefahren werden.
Auch hier gilt die Regel der Harmonie und des richtigen Gleichgewichts zwischen:
den Abmessungen des Wagens,
Größe und Körperbau der Pferde,
der Wahl von Geschirren, die zum Dienst und zum schweren Zug passen (robust, schlichter Schnitt, einfache Schnallen),
und dezenter Kleidung: etwa Kutscherkleidung auf Kastenwagen; Jacke, Weste und Melone auf Rollwagen; oder für beide Fahrzeugtypen Uniformjacke und -mütze.
Die Wagen: das Vokabular
Das Coupé
1 – Spritzbrett aus Leder (bei manchen Breaks, Phaetons usw. aus Holz)
2 – Muschel als Fußstütze (ohne Spritzbrett bei großen Wagen: großer Break, Omnibus, Landauer, Coach usw.)
3 – Kutschbock auf offenem oder geschlossenem Kasten mit Kissen oder Keil
4 – lederbezogenes Geländer
5 – gerundeter Radausschnitt
6 – Vorderwand (Kehlfüllung)
7 – lederbezogenes Dach
8 – lederbezogene Seitenfüllung
9 – lederbezogene Rückwand bzw. Fensterfüllung
10 – Gurt des Kastens oder Armlehne
11 – Bruchfüllung
12 – Rückwand
13 – Tür
14 – Fensterrahmen, oft mit einer Schiebeblende aus lackiertem Holz oder Mahagoni
15 – Seidenrollo
16 – Tritt, oft mit Blech belegt
17 – Vorderwagen für Ein- oder Zweispänner
18 – Druckfeder
19 – Hinterwagen
20 – Haltegriff (Moutonnet)
21 – Halbdruckfeder mit Krücke und Querfeder
22 – Räder mit Patentachsen und Eisen- oder Gummireifen
23 – eckige oder zylindrische Laterne aus lackiertem Blech, innen versilbertes Kupfer.
Die verwendeten Hölzer
Kästen: Weißnuss, Ulme für die Struktur (Längsträger), Linde und Pappel für die Dach-, Seiten-, Futter- und Unterkastenfüllungen.
Sitze: Ulme oder andere.
Kästen (Truhen): Ulme oder Eiche.
Fensterrahmen: Ulme oder Nussbaum.
Jalousien: Mahagoni, Rosenholz oder lackierte Weißnuss.
Räder: möglichst knorrige Ulme für die Nabe, Eiche für die Speichen, Akazie für Speichen und Felgen, Ulme oder Esche für die Felgen, in Amerika Hickory.
Weitere Hölzer im Stellmacherhandwerk:
° weiche oder helle Hölzer: Tanne, Erle;
° harte Hölzer: Buche, Cajac, Pitchpine.
Die Achsen
Achsschenkeltypen:
I – Fettachse
II – Patent-Ölachse
III – Halbpatent-Ölachse
IV – Achse für amerikanische Wagen
1 – Büchse aus Hartguss
2 – Achsschenkel aus Stahl
3 – angefaster Bronzering
4 – zwei Bronzemuttern
5 – einfache Muttern mit Eisenkappe
6 – Kappe aus Bronze oder Kupfer
Die Räder
I – Gummirad mit Stollenreifen
II – eisenbereiftes Sulky- oder Amerikanerrad
1 – Holznabe mit Büchse
2 – Metallring
3 – Metallwulst
4 – Holzspeichen, 10, 12 oder 14
5 – Felgen aus gebogenem Holz, ein-, zwei- oder sechsteilig
6 – gebogener und geschweißter Eisenreifen, der alle Verbindungen des Rades zusammenpresst
7 – (nicht 8) Gummireifen
Die Federn
Wichtigste Federtypen
A – gerade Feder für zweirädrige Wagen und für den Hinterwagen gewöhnlicher und Nutzwagen, an jedem Rad
B – Druckfeder für zwei- oder vierrädrige Wagen
C – Halbdruckfeder für den Hinterwagen von Stadtwagen (Milord, Coupé, Landauer usw.)
D – Halbdruckfeder mit Krücke für den Hinterwagen von Stadtwagen (Milord, Coupé, Landauer usw.)
E – einfache C-Feder für zweirädrige Wagen (Cabriolet, Englischer Karren usw.)
F – C-Feder mit Halbdruckfeder für den Hinterwagen von Stadtwagen (Milord, Coupé, Landauer usw.)
Vorderwagen
Taf. I – englischer Vorderwagen für leichte Ein- oder Zweispänner (Phaeton, Duc, Victoria, kleiner Break usw.)
Taf. II – Vorderwagen mit Armen und beweglicher Vorderbracke, für Einspänner, vor allem aber Zweispänner (Break, Milord, Coupé, Landauer, Omnibus usw.)
Taf. III – Vorderwagen mit Kopfstück und fester Vorderbracke für große Zwei- und vor allem Vierspänner (großer Break, Omnibus, Landauer, große Kalesche usw.)
Für die Tafeln I, II und III
A – oben: 1 – Drehkranz; 2 – Gabeln; 3 – Lenkschemel; 19 – überstehender Drehkranz
B – unten: 4 – Drehkranzfelge; 5 – falsche Arme; 6 – Arm; 7 – Gurt; 8 – Zugstange; 9 – Zugstangenende; 10 – Wolfsmaul; 11 – Armspitze; 12 – Achsschemel; 13 – Reibnagel; 14 – bewegliche Vorderbracke; 15 – runde Angel; 16 – Deichselring; 17 – feste Vorderbracke; 18 – eckige Angel.
Die Pflege der Wagen
Der Wagen muss sorgfältig gepflegt werden, damit alle Teile in gutem Zustand und das Ganze sauber bleibt.
Gewaschen wird auf gepflastertem oder betoniertem Untergrund, nicht auf Erd- oder Sandboden. Sonne, Regen und Frost sind zu meiden.
Es empfiehlt sich, einen Wagenbock oder Radheber zu verwenden.
Vor einer gründlichen Wäsche Kissen und Teppiche herausnehmen und gegebenenfalls das Verdeck hochklappen.
Sehr sauberes Seifenwasser verwenden und oft wechseln, um den Lack nicht zu beschädigen. Schlamm kann mit einem Wasserstrahl entfernt werden, aber nie mit dem Hochdruckreiniger. Sorgfältig mit einem Schwamm nachspülen, das Wasser häufig wechseln. In jedem Fall sofort mit einem weichen Tuch trocknen, um Flecken zu vermeiden. Bleiben Spuren, versuchen Sie es mit einem in Leinöl getränkten Wattebausch und reiben dann mit einem Seidentuch nach.
Messing- oder Kupferteile mit einem Spezialmittel polieren. Mittel, die abgespült werden müssen und Spuren auf benachbarten Teilen hinterlassen können, vermeiden: Getränkte Tücher sind am praktischsten.
Leder: Fett- oder Wachsleder wird mit viel Wasser, Schwamm oder Bürste gewaschen und sofort sorgfältig abgetrocknet. Man kann es mit einem speziellen Geschirrfett behandeln und dann wachsen und polieren.
Lackleder wird mit kaltem Seifenwasser gewaschen. Nach dem Trocknen kann man es mit einem weichen, in Leinöl getränkten Tuch abreiben.
Abschmieren der Räder: Um ein Festfressen zu vermeiden, müssen Nabenbüchse und Achsschenkel regelmäßig gereinigt werden, mindestens zweimal im Jahr.
Nach dem Zerlegen jedes Teil (Kappe, Muttern, Ring, Lederscheiben, Achsschenkel, Achsschulter und Büchse) mit einem Pinsel oder Tuch mit Testbenzin oder Terpentin reinigen und sorgfältig abtrocknen.
Bei Bedarf die Lederscheiben ersetzen. Leicht mit dem Pinsel einfetten und alles wieder zusammenbauen, dabei die erste Mutter nicht zu fest anziehen. Dann das Rad drehen: Es muss langsam von selbst stehen bleiben und eine kaum merkliche Rückbewegung zeigen. Das Rad darf auf dem Achsschenkel kein Längsspiel haben. Dann die übrigen Teile montieren. Die Kappe zu einem Viertel mit Öl füllen (nie Fett, besser ein modernes Motoröl) und gut in Achsrichtung aufschrauben. Das Rad von Hand in beide Richtungen drehen, damit sich das Öl verteilt.
Achtung: Erschütterungen beim Transport können das Öl in die als Reservoir dienenden Kappen drücken, sodass die Büchsen austrocknen und das Rad sich festfrisst. Um das zu vermeiden, jeden Achsschenkel anheben und die Räder von Hand drehen.
Abschmieren des Vorderwagens: Nach dem Herausschrauben des Reibnagels den Kasten anheben, Drehkranz, Felgen und die Umgebung des Reibnagels reinigen und einfetten.